FAQ

Hier finden Sie 25 Fragen und Antworten über prüfungspflichtige Therapieformen, welche Therapieformen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, was Ihnen Ihr Hausarzt aufschreiben darf, die unterschiedliche Höhe der Zuzahlung je nach Therapieart, die Suche nach dem richtigen Therapeuten, Zahlungsfristen für Privatpatienten und vieles mehr.

Fragen

Antworten

1.) Worauf muss ich achten wenn ich Termine machen will?

Sie sollten darauf achten, dass Sie sich sowohl telefonisch als auch persönlich in der Praxis gleich alle Termine geben lassen. Der Arzt hat Ihnen in der Regel 6 oder 10 Anwendungen verordnet - meist sogar 2 x wöchentlich um eine sinnvolle Behandlung zu gewährleisten. Bevor Sie also Ihr Rezept in einer Praxis abgeben sollten Sie sich die gesamten Termine geben lassen, denn angefangene Rezepte können nicht in eine andere Praxis mitgenommen werden. Ansonsten haben Sie das Nachsehen falls die von Ihnen gewählte Praxis den nächsten Termin erst wieder in 3 Wochen frei hat.

2.) Wann muss die Behandlung beginnen bzw. wie lange darf das Rezept unterbrochen werden?

Die Behandlung sollte spätestens 14 Tage nach dem Ausstellungstag Ihres Rezeptes beginnen. Anders lautende Vereinbarungen finden Sie auf der Vorderseite Ihres Rezeptes unter "Behandlungsbeginn spätestens am". Das Rezept darf in der Regel maximal 2 Wochen unterbrochen werden. Bei längerer Unterbrechung droht die Gefahr, dass das ganze Rezept nicht erstattet wird und letztendlich für den Patienten enorme Kosten entstehen.

3.) Wie viele Behandlungen in der Woche sind sinnvoll?

Die Anzahl der Behandlungen pro Woche trägt der Arzt auf die Vorderseite des Rezeptes unter "Anzahl pro Woche" ein. An diese Behandlungsfrequenz muss sich die Praxis bzw. der Therapeut halten. Kann dies nicht gewährleistet werden, darf die Praxis den Patienten nicht annehmen.

4.) Wie viele Behandlungen kann ich in Anspruch nehmen?

Die Gesamtverordnungsmenge der Behandlungen regelt der Heilmittelkatalog. Wie viele Anwendungen Sie letztendlich erhalten bestimmt jedoch der verordnende Arzt.

5.) Wie lange dauert eine Behandlung?

Je nach Art der verschriebenen Therapieform erstatten die gesetzlichen Krankenkassen unter-
schiedlich viel Zeit, so daß Sie rechtzeitig vor Ihrem Termin vor Ort sein sollten. Verspätungen Ihrerseits können nicht nachgeholt werden und Sie haben keinen Anspruch auf einen kostenlosen Ersatztermin. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Seite "Rechtliches".

6.) Kostet die Behandlung eine Zuzahlung?

Ja. Ebenso wie Sie als Kassenpatient Zuzahlung bei Medikamenten leisten müssen sind auch die Therapien eigenanteilspflichtig, wobei die prüfungspflichtigen Therapieformen teurer sind. Sie müssen 10 Euro Rezeptgebühr sowie einen prozentualen Betrag für die verschriebene Leistung bezahlen. Durch unterschiedlichen Preise der Therapien sind somit unterschiedliche Zuzahlungen bei jedem neuen Rezept zu leisten. Die Höhe des Eigenanteils ist vorgeschrieben und in jeder Praxis gleich. Die Zahlungen sind bei uns unabhängig vom Quartal und für jedes Rezept neu zu leisten. Achten Sie deshalb in Ihrem eigenem Interesse darauf, möglichst viele Anwendungen auf einem Rezept zu erhalten. Maximal sind 10 Anwendungen je nach Diagnose auf einem Rezept möglich.

Zusatz:
Bei den beihilfeberechtigten Beamten (Privatpatienten) ergibt sich die Zuzahlung aus den erstattungsfähigen Höchstbeträgen der Beihilfe und den tatsächlich entstandenen Kosten,
welche auf der Änderung der Beihilfevorschriften (BhV) mit Einführung der Kostendämpfungs-
pauschale und einer verpflichtenden Zuzahlung der Beamten aus dem Jahr 2004 beruhen.

Bei den "reinen" Privatpatienten ergibt sich gegebenenfalls eine Zuzahlung je nach Tarif
der gewählten Versicherungsbedingungen.

7.) Wann muss die Zuzahlung geleistet werden?

Die Zuzahlung muss spätestens bei der 2. Behandlung geleistet werden. Die gesetzlichen Kranken-
kassen haben die Therapeuten zur Einziehung des Eigenanteils verpflichtet. Sollten Sie nicht alle Anwendungen in Anspruch nehmen können, erhalten Sie den Differenzbetrag zurück.

8.) Gilt meine Befreiungskarte der Krankenkassen auch für die Therapien?

Ja. Hierfür müssen Sie jedoch Ihre gültige Befreiungskarte vorlegen können. Läuft die Bearbeitung der Befreiung noch müssen Sie die Zuzahlung leisten, die Quittung bei der Krankenkasse einreichen und erhalten den Betrag dort erstattet.

P.S:
Die Befreiungskarte gilt maximal bis zum 31.12. eines jeweiligen Kalenderjahres.
Die Daten ab wann und wie lange die Befreiung gilt werden auf der Vorderseite
der Befreiungskarte eingetragen.

9.) Was ist wenn ich einen Termin nicht in Anspruch nehmen kann?

Wenn Sie einen Termin nicht wahrnehmen können sind Sie verpflichtet diesen rechtzeitig abzusagen. Hierfür erhalten Sie einen Ersatztermin. Nehmen Sie häufiger Ihre Termine nicht wahr - auch wenn Sie sich entschuldigen - kann der Therapeut die Behandlung abbrechen, da das Therapieziel nicht erreicht werden kann.

10.) Wie lange vorher muss ich einen Termin absagen?

Als Patient sind Sie verpflichtet einen Termin - also einen eingegangen Vertrag - mindestens 24 Stunden vorher abzusagen.

11.) Was ist wenn ich einen Termin nicht rechtzeitig abgesagt habe?

Da der Praxisinhaber den Termin nicht neu vergeben konnte ist ihm ein Verdienstausfall entstanden, auch wenn Sie den Termin später nachholen wollen, da die laufenden Kosten, z.B. Energie- oder Lohnkosten, weiter gehen.
Als Patient sind sie daher verpflichtet dem Praxisinhaber diesen Ausfall privat zu erstatten.
Hierüber gibt es eindeutige Gerichtsurteile, die Sie auf der Seite "Rechtliches" nachlesen können.

12.) Bekomme ich einen Hausbesuch und welche Praxis führt ihn durch?

Jede physiotherapeutische Praxis ist verpflichtet Hausbesuche durchzuführen. Sie können sich also ruhig an die Praxis wenden, wo sie schon jahrelang Patient sind. Der Praxisinhaber wird es sicherlich gerne einrichten, Ihnen einen baldigen Termin zu geben.

Sie müssen jedoch darauf achten, dass Ihnen Ihr Arzt auf der Vorderseite des Rezeptes auch das Feld "Hausbesuch" ausgefüllt hat. Ein Therapeut darf nämlich nur auf ärztliche Anordnung die Anwendungen bei Ihnen zu Hause durchführen. Andernfalls wäre er auch nicht unfallversichert.

13.) Muss ich zu dem Therapeuten gehen den der Arzt mir nennt?

Nein, da Sie freie Therapeutenwahl haben können zu dem Therapeuten Ihres Vertrauens gehen, so lange dieser auch die Zusatzqualifikationen für bestimmte Therapieformen z. B. Manuelle Therapie,
Manuelle Lymphdrainage oder Bobath für Kinder und Erwachsene besitzt, wenn Ihnen Ihr Arzt diese prüfungspflichtige Therapieart verordnet hat. Nicht immer ist der Therapeut im gleichen Haus wie
der Arzt der beste Ansprechpartner für Sie.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite "Therapieformen".

14.) Wie finde ich den richtigen Therapeuten?

Die einfachste Art der Suche ist im Internet oder im örtlichen Telefonbuch. Dort haben die meisten Praxisinhaber Ihre Zusatzqualifikationen hinterlegt. Sie sollten jedoch darauf achten, dass der Sie behandelnde Therapeut im Besitz der Zertifikate ist, wenn Ihr Arzt Ihnen eine weiterbildungs- und prüfungspflichtige Therapie z.B. Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage oder Bobath für Kinder bzw. Erwachsene verordnet hat. In vielen Praxen ist es leider so, dass ein Therapeut die Prüfung geschafft hat und alle Kollegen über dessen Schein abrechnen. In unserer Anmeldung hängen die
personenbezogenen Zertifikate deshalb öffentlich zur Einsichtnahme aus. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Seite "Über uns" unter dem Menüpunkt "Qualifikationen".

15.) Kann ich während eines Rezeptes die Praxis wechseln?

Ja, Sie können innerhalb eines Rezeptes die Praxis bzw. den Therapeuten wechseln. Die Verordnung bleibt jedoch in der Praxis. Der Praxisinhaber kann nur die Behandlungen mit Ihrer Krankenkasse abrechnen, die Sie bis dahin quittiert haben. Für den Besuch einer anderen Praxis benötigen Sie ein neues Rezept oder können die Therapien bar bezahlen. Die Barzahlung ist jedoch nur möglich und
in der Regel über die Haftpflichtversicherung des Therapeuten abgesichert, wenn der Therapeut im Besitz der Zusatzqualifikation Heilpraktiker (Physiotherapie) ist. Solche Therapeuten sind vom zuständigen Gesundheitsamt geprüft und haben eine schriftliche Erlaubnis erhalten.

16.) Was ist der Unterschied zwischen einem Kassen- und einem Privatpatienten?

Die Kassenpatienten müssen am Anfang der Therapie einen prozentualen Eigenanteil bezahlen, den Restbetrag rechnet der Praxisinhaber am Ende mit der gesetzlichen Krankenkasse über das Rezept ab. Über die Höhe der Zuzahlung, die Länge der Therapiedauer und die Preise für die verschiedenen Therapien bestehen feste Verträge, die die Berufsverbände der Physiotherapeuten jährlich mit den gesetzlichen Krankenkassen aushandeln. Diese Verträge sind für den Praxisinhaber bindend.
Bei den Privatpatienten besteht ein direktes Vertragsverhältnis zwischen dem Patienten und dem Praxisinhaber, so dass der Privatpatient die Rechnung direkt begleichen und sich den Betrag von seiner Versicherung erstatten lassen muss. Da es keine Verträge zwischen den privaten Kranken-
kassen - auch nicht mit der Beihilfestelle - und den Berufsverbänden der Physiotherapeuten gibt, ist der Praxisinhaber sowohl zeitlich als auch in seiner Preisgestaltung gegenüber dem Privatpatienten frei, so lange die Preise den 2,3-fachen Satz der Kassenpatienten nicht überschreiten.
P.S:
Unsere Preiskalkulation bei Privatpatienten setzt sich aus der Berufserfahrung, der regelmäßigen Teilnahme an verschiedensten Fortbildungen, der Anzahl der erfolgreich absolvierten prüfungspflich-
tigen Zertifikatskurse, den Vor- und Nachbereitungszeiten und der Behandlungszeit zusammen. Da auch viele Kollegen diese Homepage besuchen haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir an dieser Stelle unsere verschiedenen Preise nicht einstellen. Verraten werden kann jedoch, dass sich unsere Preise für Privatpatienten deutlich unterhalb des 2,3-fachen Satzes der Kassenpatienten befinden.

17.) Gibt es unterschiedliche Privatpatienten?

Nein, es gibt keine unterschiedlichen Privatpatienten. Die Beamten sind zwar in vielen Fällen beihilfeberechtigt, dies ist jedoch unabhängig von der Preisgestaltung beim Privatpatienten.
Interessierte können hierzu auch gerne die Reden des "Bundesminister für Inneres" auf der
Seite "Rechtliches" lesen. Diese besagen, dass die beihilfefähigen Höchstbeträge einer Kosten-
dämpfungspauschale unterliegen und die Beamten ebenso wie die Kassenpatienten eine Zuzahlung zu leisten haben. Dies gilt besonders für den Bereich Hilfsmittel aber auch für den Bereich "Heilmittel", da die "beihilfefähigen Höchstbeträge" laut BMI nicht mehr kostendeckend sind.

18.) Muss sich ein Praxisinhaber an die Beihilfetabelle halten?

Nein. Dies ist aufgrund der stark gestiegenen Lohn- und Energiekosten auch gar nicht mehr möglich, zumal die Beihilfe - im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkasse wo jährliche Preisanstiege zu verzeichnen sind - bei vielen Therapieformen ihre Erstattungsbeträge 20 Jahre nicht gesteigert hat.
Bei der Preisgestaltung gegenüber allen Privatpatienten - auch den beihilfeberechtigen Beamten -
war und ist der Praxisinhaber schon immer frei gewesen, zumal die Beihilfetabelle lediglich eine Verwaltungsvorschrift ist, die das Verhältnis zwischen Dienstherren und dem Landesbeamten regelt. Die Vertragspartner waren und sind somit schon immer der Privatpatient und der Praxisinhaber.
Dies bedeutet, dass sich der Therapeut weder preislich noch zeitlich an die in der Beihilfetabelle genannten "erstattungsfähigen Höchstbeträge" und Therapiezeiten halten muss.
Ein weiteres Vertragsverhältnis besteht zwischen dem Privatpatienten und seiner privaten Kranken-
versicherung bzw. der Beihilfestelle, von dem sich der Privatpatient die Aufwendungen erstatten lassen muss.
Über die angewandten Therapien aufgrund des vorliegenden Rezeptes erhält der Patient eine an ihn adressierte Rechnung in der Therapieart, Leistungsziffern, Preise und Zahlungsziel genannt werden.
Durch die Abgabe des Rezeptes, Inanspruchnahme der Therapie und der Tatsache, dass der Privat-
patient eine Rechnung erhält, wird das beiderseitige Vertragsverhältnis anerkannt und deutlich.
Zudem hängen die Preislisten für die (beihilfeberechtigten) Privatpatienten in den meisten Praxen zur vorherigen Information aus. Mit dieser Tatsache hat der Praxisinhaber seiner Aufklärungspflicht genüge getan. Jeder Privatpatient ist dafür verantwortlich seine eigenen Versicherungsbedingungen zu kennen. Also erkundigen Sie sich bitte im Vorfeld über die entstehenden Kosten um nicht später über die Preise verhandeln zu wollen.
Zusatzinformation: Der Praxisinhaber ist nur gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen mit denen jährliche Preisverhandlungen durch die verschiedenen Berufsverbände stattfinden an die Preise und die Behandlungszeiten gebunden. Mit den gesetzlichen Krankenkassen rechnet der Praxisinhaber direkt ab.

19.) Was regelt die Beihilfetabelle?

Die Beihilfetabelle regelt die Erstattung des Dienstherren an den Bundesbeamten für Ost und West. Die darin genannten Höchstbeträge und Therapiezeiten sind nicht bindend für die Preisgestaltung des Therapeuten gegenüber dem Privatpatienten, sondern bezeichnen nur die Obergrenze für die erstattungsfähigen Höchstbeträge seitens des Dienstherren an den Bundesbeamten.
Sich ergebende Differrenzbeträge aus den entstandenen Kosten (Rechnungen) muss der Versicherte egal in welcher Form, z.B. durch den Abschluß einer Zusatzversicherung und / oder - ebenso wie die gesetzlich Krankenversicherten - durch private Zuzahlungen, selbst abdecken.
Dieser Regelung hat sich auch die Krankenversorgung der (Bundesbahn-) Beamten (KVB) ange-
schlossen und erstattet den Beamten die "beihilfefähigen Höchstbeträge" aufgrund der Beihilfe-
vorschriften (BhV) mit seiner Kostendämpfungspauschale aus dem Jahr 2003.
Auch die meisten Bundesländer haben diese Liste übernommen (-> Landesbeamte).

< Allein der Begriff "Beihilfe" deutet darauf hin, dass keineswegs Anspruch auf Erstattung
aller Kosten besteht. (<- Zitiert von der Homepage der Landeshauptstadt Düsseldorf)>

Da die Erstattungsbeträge für Heilmittel teilweise seit fast 20 Jahren nicht gestiegen sind, müssen
sich die Privatpatienten (Beamten) ebenso wie die Kassenpatienten an den gestiegenen Kosten beteiligen und die durch den Praxisinhaber in Rechnung gestellten Anwendungen bezahlen.
Hierdurch entsteht häufig - ebenso wie bei den Kassenpatienten - ein geringer "Eigenanteil" des Privatpatienten. Dieses ist laut Bundesinnenminister auch so gewollt um die gesetzlichen Kranken-
kassen und die Arbeitnehmer zu entlasten. Im Jahre 2004 wurden deshalb die Beihilfevorschriften geändert, eine Kostendämpfungspauschale eingeführt und die Beamten zu Zuzahlungen verpflichtet.
Der Bundesminister des Inneren hat in seine Presserklärung vom 17.12.2003 die neuen Beihilfe-
vorschriften erklärt und in seiner Rede vom 07.02.2004 genau dargelegt, daß die Erstattungsbeträge für Hilfs- und Heilmittel (Physiotherapie) der Beihilfetabelle seit langem nicht gestiegen sind. Somit sind die dort genannten Preise nicht mehr kostendeckend und der Beamte muss den Differenzbetrag aus den erstattungsfähigen Höchstbeträgen und den tatsächlich entstandenen Kosten tragen. Beide Äußerungen des Bundesinnenministers können Sie auf dieser Homepage unter "Rechtliches" lesen.

Fazit: Auch die Beamten müssen und beteiligen sich auch an unserer Solidargemeinschaft.

20.) Was passiert wenn ich die Privatrechnung gar nicht bezahle oder auf den Beihilfesatz reduziere?

Da ein Vertragsverhältnis zwischen dem Privatpatient und dem Praxisinhaber besteht und es vor dem Gesetz nur "Kassenpatienten" oder "Privatpatienten" gibt, ist die Sachlage rechtlich eindeutig.
Sie haben den vollständigen Rechnungsbetrag zu zahlen, solange dieser den angemessenen Rahmen nicht übersteigt. Allgemein hat ein Praxisinhaber Anspruch auf einen angemessene Entlohnung seiner Leistung. Als angemessen gilt, wenn die Preise den 2,3 fachen Kassensatz - Abrechnungsmodus wie beim Arzt - nicht überschreiten. Hierbei wäre für eine einfache Krankengymnastik ein Betrag von weit über 30,00 Euro zu zahlen.
Zudem haben sich schon mehrere Gerichte damit befasst und festgestellt, daß die von vielen privaten Krankenkassen unrechtmäßig veranschlagten "Beihilfetarife" nicht mehr kostendeckend sind. Vergleichen Sie bitte hierzu auch die Gerichtsurteile auf der Seite "Rechtliches".
Auch sollte sich manch ein Privatpatient einmal fragen, wieso die privaten Krankenversicherungen Ihren Kunden im Vorfeld keine Erstattungslisten zur Verfügung stellen, da sich die "Beihilfetabelle", die viele private Versicherer als Erstattungsgrundlage heranziehen wollen seit 20 Jahren im Bereich der Heilmittel, zu denen auch die physiotherapeutischen Leistungen zählen, nicht verändert hat.
(Die Beitragserhöhung erhalten Sie ja auch jedes Jahr ganz automatisch).
-> Praktischer ist es natürlich die Erstattungen hinterher gegenüber dem Privatpatienten zu kürzen.
-> Der Patient hat seine Behandlung erhalten und die Versicherung ist billig dabei weggekommen.
Fazit: Diese "einseitig erstellten Tarife" waren und sind nie bindend für die Preisgestaltung eines Praxisinhabers gegenüber dem Privatpatienten gewesen. Entsprechende Widerspruchschreiben oder rechtskräftige Urteile gegen die Privatversicherer, die Sie notfalls verklagen müssen, finden Sie auf dieser Homepage unter "Rechtliches". Hiervon sollten Sie auf alle Fälle Gebrauch machen.
Zusatz: Falls Sie Ihre Versicherung nicht verklagen wollen sollten Sie sich fragen, ob Sie es auf die Dauer finanziell nötig haben an Ihrer Gesundheit zu sparen oder Ihnen eine qualifizierte Behandlung nicht auch einen geringen Eigenanteil Wert ist, wie ihn die gesetzlich Versicherten schon seit weit mehr als 20 Jahren leisten müssen.

21.) Was ist der Unterschied zwischen prüfungspflichtigen und allgemeinen Therapieformen?

Bei den prüfungspflichtigen Therapieformen zahlen Sie einen höheren Eigenanteil als bei den all-
gemeinen Therapieformen und auch Ihre Krankenkasse erstattet dem Praxisinhaber einen höheren Betrag.

Bei den prüfungspflichtigen Therapieformen dürfen Sie nur von dem Therapeuten behandelt werden, der erfolgreich an der Abschlussprüfung teilgenommen und hierüber ein Zertifikat erhalten hat.

Der Therapeut bzw. der Praxisinhaber, wo der Therapeut beschäftigt ist, hat von den Zulassungs- stellen der gesetzlichen Krankenkassen eine schriftliche Bestätigung über die Erlaubnis der Angabe diese Therapieform an die gesetzlich Krankenversicherten erhalten und der Praxisinhaber darf diese Therapieform ab diesem Zeitpunkt mit Ihnen und Ihrer Krankenkasse abrechnen. Die Erlaubnis diese Therapieform von nun an anzuwenden ist jedoch personenbezogen und der Sie behandelnde Therapeut bzw. der Praxisinhaber müsste Ihnen die schriftliche Bescheinigung der Zulassungs- stellen vorlegen können.

Schön wäre es, wenn die personenbezogenen Bescheinigungen aller Arbeitnehmer einer großen Praxis öffentlich in der Anmeldung aushängen würden und Sie sich so sicher sein könnten, immer von dem geprüften Therapeuten behandelt zu werden. Wenn die Zulassungsstellen dann auch noch ein Bild des Zertifikatsinhabers auf der schriftlichen Bestätigung der Abrechnungserweiterung einscannen würden, könnten Sie als Patient auch erkennen ob Sie von dem geprüften Therapeuten behandelt werden. Transparenz bringt Sicherheit für Sie als Patienten da Sie ansonsten häufig nicht wissen, was sich hinter den verschiedenen Therapieformen verbirgt und sich vom optischen Eindruck einer Praxis oder persönlichen Sympathien beeinflussen lassen. Zudem haben Sie als Patient leider häufig auch keine andere Vergleichsmöglichkeit um die richtige Anwendung der Ihnen von Ihrem Arzt verschriebenen Therapieform zu erkennen. Dies kann Ihre Gesundheit teuer zu stehen kommen.

P.S: Die prüfungspflichtigen Therapieformen z.B. Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage oder
Bobath für Kinder bzw. Erwachsene sind keine Bestandteile der allgemeinen Ausbildung zum Physiotherapeuten. Daher ist es besonders wichtig, sich nur von dem geprüften Therapeuten behandeln zu lassen.

22.) Gibt es eine generelle Fortbildungspflicht für Praxisinhaber und ihre Angestellten?

Nein. Die Fortbilundungspflicht bezieht sich nur auf den Praxisinhaber. Dieser muss seit dem Jahr 2008 jeweils im Zeitraum von 4 Kalenderjahren insgesamt 60 Fortbildungspunkte sammeln und
diese gegebenenfalls gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen nachweisen. 1 Fortbildungspunkt entspricht in der Regel einer Unterrrichtsstunde, wobei nicht alle Fortbildungen von den Kranken-
kassen anerkannt werden.

Die Angestellten müssen sich nicht fortbilden und tun dies in der Regel auch nicht, da die Fort-
bildungen zum einen sehr teuer und zum anderen von Ihnen in vielen Fällen selbst getragen werden müssen.
Würde der Praxisinhaber die Fortbildungen zahlen müsste er damit rechnen, dass der Angestellte aufgrund seiner besseren Qualifikation entweder eine Lohnerhöhung fordert oder in eine andere Praxis abwandert.

23.) Welche Zahlungsfrist muss ein Praxisinhaber einem Privatpatienten gewähren?

Gar keine. Eigentlich sieht die Private Krankenversicherung zunächst die Begleichung der Rechnung durch den Patienten vor. Das bedeutet, dass ein Privatpatient erst einmal in Vorkasse gehen und die Rechnungen verpflichtend zu bezahlen hat. Danach reicht der Versicherte die Rechnungen und Belege bei seiner Privaten Krankenkasse ein und erhält diese im Rahmen seiner Versicherungsbedingungen erstattet. Aus diesem Grund gilt für einen Privatpatienten die Zahlungsfrist, welche der Praxisinhaber in seiner Rechnung festgehalten hat. Der Privatpatient hat keinen Anspruch darauf, sich den Betrag erst von seiner Versicherung erstatten zu lassen und dann an den Praxisinhaber zu überweisen, zumal viele Privatpatienten zunächst einmal mehrere Rechnungen sammeln um selber Portokosten einsparen zu können.

Rechtsgrundlage: Grundsätzlich ist eine Rechnung nach Erhalt unmittelbar fällig. Eine Zahlungsfrist liegt im Ermessen des Rechnungstellers. Nach neuster Rechtslage setzt man sich nach Nichtzahlung oder Verstreichung der Zahlungsfrist automatisch mit allen rechtlichen Konsequenzen unter Verzug, dass heisst selbst eine Mahnung ist reine Kulanz. Ohne Angabe einer Zahlungsfrist innerhalb einer Rechnung kommt man automatisch nach 30 Tagen in den Verzug. (§ 286 BGB)

24.) Welche Therapieformen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen alle Therapieformen die sich im Heilmittelkatalog befinden. Im Einzelnen sind dies unter anderem Krankengymnastik, Wärmeandwendungen wie Fango und Heißluft, Massage, Ultraschall, Eisbehandlungen, Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Extensionsbehandlungen, Elektrotherapie, Elektrogymnastik oder Bobath für Kinder und Erwachsene. Und auch Hausbesuche werden bezahlt, wenn Ihr Arzt dieses auf dem Rezept angekreuzt hat.

25.) Was darf mir mein Hausarzt verschreiben?

Ihr Hausarzt darf Ihnen alle Therapieformen verschreiben welche im Heilmittelkatalog aufgeführt sind. Dies sind unter anderem Fango, Heißluft, Massage, Bindegewebsmassage, Elektrotherapie, Ultraschall, Krankengymnastik, Manuelle Lymphdrainage oder Bobath für Kinder und Erwachsene. Selbst Manuelle Therapie darf Ihnen Ihr Hausarzt aufschreiben ohne dass Sie vorher zum Orthopäden gehen und sich röntgen lassen müssen. Verschreibt Ihnen Ihr Hausarzt eine diese Therapien nicht, liegt das nicht an der Erstattungsfähigkeit durch die gesetzlichen Krankenkassen sondern daran, dass der Arzt diese Therapie nicht für sinnvoll hält oder sein Budget ausgeschöpft ist. Ihre gesetzliche Krankenkasse müsste eigentlich eine Liste über die erstattungsfähigen Therapien haben. Leider sitzen bei den Krankenkassen häufig jedoch unfähige Leute so dass Sie notfalls lieber selber mit den Begriffen "Heilmittelkatalog" und "Physiotherapie" googlen sollten. Auch finden Sie den derzeitig gültigen Heilmittelkatalog auf dieser Homepage unter dem Button "Rechtliches".